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THEMA: Bauanleitung Foo-Ling - I did it again

Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 23 Jan 2013 17:35 #1

  • Andy
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Eines kurz vorweg: das wird ein etwas anderer Baubericht, deshalb auch gleich als Anleitung bezeichnet. Es wird viel Text geben, aber auch zahlreiche Bilder mit dem Ziel, am Ende eine vollständige Doku mit Plan, Stückliste etc. für einen erfolgreichen Nachbau bieten zu können.


Fragen, Kommentare und Antworten bitte in diesem separaten Kommentarthread!

Here we go - das Original



und der Prototyp - die VO 13 Foo Ling Yu



Die Foo-Ling ist ein Entwurf des Konstrukteurs und Rennbootfahrers Harold „Hal“ Kelly und weist einige Besonderheiten auf, die baulich jedoch problemlos zu bewältigen sind.

Basierend auf den zur Verfügung stehenden Zeichnungen bei www.boatsport.org entstanden diese Bauanleitung und Zeichnungen im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes 152vo.org mit dem Ziel, eine neue Klasse zu erschaffen, die auf historischen Vorbildern basiert, mit wenigen Regeln auskommen kann und ihren Schwerpunkt im Miteinander haben soll. Materialschlachten sollen bewusst vermieden werden und auch die Rennen sollen sich an ihren Vorbildern orientieren.

Im vorliegenden Maßstab 1:5,2 ist die 11ft große Foo Ling mit 645mm Rumpflänge einerseits vom konstruktiven und baulichen Aufwand her überschaubar, bietet andererseits aber aufgrund ihrer Größe und Bauweise ausreichend Platz für den „unsichtbaren“ Einbau der RC und Antriebskomponenten.

Das sind im einzelnen der 2-Kanal-Empfänger, in der Regel im 2,4 GHz Bereich, ein Drehzahlsteller, auch Fahrtregler genannt, Lenkservo und Antriebsakku.

Die Lenkung erfolgt wie beim Original über eine Seilzugsteuerung: ein hochfestes Seil, am Rumpf befestigt, führt zum Außenbordmotor, von dort über eine Umlenkrolle zu einer Seilscheibe, die auf dem Lenkservo sitzt, und geht nach 1,5 Windungen zur anderen Seite des Antriebs, wo es über eine zweite Umlenkrolle zum zweiten Befestigungspunkt am Rumpf läuft.

Die Foo-Ling ist aus wenigen Teilen und Materialien aufgebaut:

- drei Spanten sowie der Spiegel aus 3mm Birkensperrholz
- Beplankung aus 0,8mm FSH (Flugzeugsperrholz, wasserfest, „tegofilmverleimt“)
- Längsleisten aus Kiefer in verschiedenen Querschnitten
- wasserfester Holzleim
- wasserlösliche Beize
- Baubrett von min. 70 x 30 cm und eine10x10x1000mm Kiefernleiste
- Bootslack und die dazugehörige Verdünnung
- und die unumgängliche Pilotenfigur

und natürlich der Bereich Technik: Motorhalterung, Außenborder, Servo, Seiltrommel, Akku und Halterung, Empfänger, Umlenkrollen etc.

Für den Bau sind nur wenige Werkzeuge nötig:

- Laubsäge
- Cutter
- Schleifklotz mit unterschiedlichen Körnungen
- 10 – 20 Klammern


Alles weitere kann die Arbeit erleichtern und beschleunigen, ist aber nicht zwingend erforderlich:

- elektrische Dekupiersäge
- kräftige Schere
- Minihobel
- Holz- und Schlüsselfeilen
- Elektrisches Multitool / Minibohrmaschine
- Tesa Krepp
- Sekundenkleber

Dazu kommen dann Schraubendreher, Innensechskantschlüssel, Löteinrichtung etc für den Einbau von Antrieb und Steuerung.


Spanten und Teile

Man beginnt in der Regel entweder mit einem fertigen Spantensatz oder aber den entsprechenden Ausdrucken, die auf 3mm Birkensperrholz übertragen und dann ausgesägt werden genauso wie die benötigten Ausbau- und Hilfsteile.

Vor Baubeginn müssen Spant 2 und die dazugehörige Verstärkung miteinander verleimt und dann mit den markierten Bohrungen versehen werden, die später der Aufnahme der Not-Aus Stecker dienen.

Der Bau der Foo Ling erfolgt über Kopf. Aus diesem Grund besitzen die Spanten Verlängerungen, die als Füße und zur Befestigung auf der Helling dienen und beim Lösen des Rohbaus abgetrennt werden.

Diese Anleitung ist stark am Original orientiert. Kelly hat für die Foo Ling detaillierte Angaben zu den drei großen Bauabschnitten für den „Rohbau“ geliefert, die auf der Helling „kopfstehend“ erfolgen:

Das Grundgerüst der Foo Ling wird auf einem Baubrett, auch Helling genannt, aufgebaut. Es ist extrem wichtig, dass hier genau gearbeitet wird, weil durch kleine Baufehler an dieser Stelle die Fahreigenschaften der Foo Ling von exzellent bis unfahrbar variieren können.

Deshalb: besorgen Sie sich ein Baubrett, das absolut (!) gerade und verzugsfrei ist, wobei Sie die Luxusvarianten aus dem Modellbaukatalog mit aufgedrucktem Millimeterraster oder auch eine Multiplexplatte, Spanplatte oder Siebdruckplatte aus dem Holzhandel oder Baumarkt wählen können. Hier wurde eine 18mm Multiplexplatte verwendet für ca 5 €

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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 23 Jan 2013 19:38 #2

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Teil 2

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Kontrollieren Sie die Verzugsfreiheit mit einer Wasserwaage längs, quer und diagonal oder legen Sie das Baubrett auf eine dicke Glasscheibe – da darf nichts kippeln oder wackeln.

Tipp: das Ceranfeld in der Küche ist in der Regel völlig plan!


Step 1

Zeichnen Sie auf das Baubrett eine Mittellinie, kennzeichnen Bug und Heck und übertragen die Position der Spanten gemäß Zeichnung (Helling) mit exakt rechtwinkligen Linien quer zur Mittellinie. Legen Sie die Helling so vor sich, dass der Bug (vorn) links und das Heck rechts ist.

… oder schneiden Sie aus dem Plan die komplette Helling aus und kleben sie auf das Baubrett, evtl. abgedeckt mit einer Klarsichtfolie so wie hier gezeigt – damit nichts festklebt.



Nun werden die fertig zugeschnittenen Abschnitte (2 – 5) der 10x10mm Leiste rechts neben den Markierungen positioniert, per Geodreieck o. ä. genau rechtwinklig zur Mittellinie ausge-richtet und angeschraubt.

ACHTUNG: die Linie für den Anschlag des Heckspants liegt genau zwei cm vor dem Ende der Aufsichtszeichnung


Für den Heckspant benötigen wir die beiden kleineren Winkel, um dem Spiegel die korrekte Neigung zu geben. Diese kleinen Winkel werden auf die 10x10mm Leiste aufgesetzt und zwar mittig mit einer Distanz von 22cm, also 11cm ab Mitte. So können die Stützfüße des Heckspants an die Winkel geklebt werden.



Mit der Winkelschablone kann man noch falls nötig die korrekte Neigung auf eine längere Distanz messen.

Aufgrund der Schrägstellung sind drei Dinge zu beachten:

- die Ober- und Unterkanten des Heckspants müssen abgeschrägt werden entsprechend den 14° der Schrägstellung.
- Der Heckspant muss exakt auf der gleichen Höhe wie Spant 2 und 3 enden. Ist er zu hoch,
können die Füße etwas abgeschliffen werden. Überprüfen Sie dabei die exakte Höhe zu den anderen Spanten
- die Aussparungen im Heckspant für die Holme müssen ebenfalls angeschrägt werden
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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 23 Jan 2013 21:34 #3

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Teil 3

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Die Bugkonstruktion

Nun wird mit ca. 1-2mm Abstand eine kurze 10x10mm Leiste parallel zur Mittellinie am Aufsetzpunkt festgeschraubt, danach wird die Bauhilfe „Steven“ dagegen geleimt mit der vorderen senkrechten Kante am Aufsetzpunkt.






Tipp: wenn man sich aufgrund des offenen Aufbaus für ein Beizen der sichtbaren Holzteile entscheidet, sollte man das vor dem Fixieren der Spanten durchführen, weil Beize nicht mehr auf Klebestellen wirkt. Bei einer farbigen Lackierung kann das bis zum Aufleimen des Decks warten.



Als nächster Schritt wird an die Bugschablone eine 22cm lange, an den Enden vorgebohrte 10x10mm Leiste unten bündig angeklebt, so dass die Schablone genau senkrecht steht. Außerdem werden drei kleine Abschnitte von 3mm Höhe als Abstandhalter benötigt.



Jetzt wird die Schablone auf die 3mm Klötzchen gesetzt und so an der Mittellinie festgeschraubt, dass sie genau 3mm vor dem Anschlag von Spant 1 endet. Das geht am einfachsten mit einem weiteren Abschnitt einer 3mm Leiste. Als Zusatzeffekt sorgt die so fixierte Schablone für eine exakte senkrechte Ausrichtung von Spant 1.




Wird nun die 3x10mm Kielleiste einmal probeweise in den Hilfssteven gesteckt, so wird deutlich, dass bereits eine einzige Klammer genügt, um den gewünschten Verlauf zu erzielen. Für die später erforderliche Aufdoppelung des Kiels im Bugbereich wird einfach die Verschraubung gelöst, die Abstandshalter entfernt und die Schablone um 3mm abgesenkt. Damit passt die Aufdoppelung ganz genau in den entstandenen Spalt.

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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 24 Jan 2013 09:57 #4

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Teil 4

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Spanten setzen


An die 10x10mm Leisten werden nun die Spanten (1) bis (4) angeklebt. Dazu klemmt man die Spanten an der jeweiligen Leiste mit zwei Klammern fest, richtet sie genau senkrecht (Winkel oder Geodreieck) und mittig aus. Dann überprüft man zuerst mit einem Lineal oder einer geraden (!) Leiste ob die Spanten alle auf der richtigen Höhe sind.



Das heißt die Oberkante der Spanten 1 – 3 muss auf der gleichen Höhe liegen, während die Leiste im Heckspant aufliegt. Wenn die Spanten noch nicht gebeizt sind, sollte das spätestens jetzt erfolgen, bevor sie dann endgültig fixiert werden mit einem Tropfen Sekunden-kleber, was hier völlig ausreichend ist.



Hier ist sichtbar, dass bereits die Verstärkungen mit den Spanten 1 und 2 verleimt wurden. Deshalb muss die Bugschablone hier etwas ausgeschnitten werden.



Danach geht’s es weiter mit dem Einsetzen der fünf senkrechten Längsholme (6) auch Stringer genannt, die genau (!) gerade laufen und alle auf der gleichen Höhe liegen müssen. Die Stringer enden 6cm vor Spant 2, nur der mittlere Stringer wird stumpf vor Spant 1 geleimt.



Zu beachten: durch Spant 2 laufen die Stringer in voller Höhe mit 12mm durch. Durch Spant 3 laufen sie "notched" also eingekerbt mit 6mm im Spant und entsprechend 6mm im Stringer. Im Heckspant laufen sie "notched" ein mit halber Stringerhöhe, also wieder mit 6mm. Dort müssen die Aussparungen entsprechend den 14° Neigung ebenfalls so schräg gefeilt werden, dass die Stringer dort voll aufliegen.

Die Stringer werden zum Boden hin abgeschrägt. Dadurch nimmt ihre Stabilität ab an dieser Stelle, d.h. sie können ein bißchen nachgeben. Das gleiche für die Battens: auch hier ein bißchen abnehmende Stärke zum Boden hin, dadurch auch hier ein wenig Flexibilität.

Wenn jetzt das Boot an dieser Stelle hart aufsetzt, sei es auf ein Stück Treibholz oder auch bei 80 km/h im Original oder mit 30 - 40 km/h im Modell "nur" auf eine Welle knallt, dann kann der Boden genau hier ein bißchen nachgeben und bricht nicht so schnell.


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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 24 Jan 2013 20:31 #5

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Teil 5

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Die waagerecht liegenden Bodenholme, genannt Batten, bilden zusammen mit den senkrechten Stringer einen T-Träger, der für eine extrem hohe Stabilität sorgt. Zum Verleimen von Batten und Stringer eignet sich Sekundenkleber mit Aktivatorspray oder wasserfester Weißleim, damit noch eventuelle Korrekturen vor dem „Anziehen“ möglich sind.





Die Batten liegen nur beim Heckspant bündig im Spant, bei Spant 1 - 3 liegen sie während des Baus auf den Spanten, damit im Boot unterhalb des Spants und bilden dadurch einen Spalt von 3mm zwischen Spanten und Beplankung, durch den Spritzwasser unterhalb des Spants ablaufen kann


Tipp: in diesem Zwischenraum kann man auch Kabel verlegen, die weitgehend durch das Kniebrett verdeckt werden.



Sollte ein Holm durch die Aussparungen in den Spanten zur Seite gebogen werden, ist es besser mit einer Schlüsselfeile die Aussparung (Notches) aufzuweiten und dafür einen geraden Holm zu behalten. Hier ist regelmäßige Kontrolle mit einem Stahllineal gefordert – wenn an dieser Stelle nicht präzise und ohne Verzug gearbeitet wird, hat der Boden am Ende Wellen, die dazu führen können, dass das Boot sich beim Aufgleiten „festsaugt“ und die Stromaufnahme des Antriebs sprungartig ansteigen lässt. Außerdem wird das Aufleimen des Batten schwierig, weil man diese nicht seitlich biegen kann.

Der Kiel

Besondere Beachtung verdient der als Kiel fungierende Mittelholm, der nun zum Aufsetzpunkt heruntergebogen werden muss.

Da in der Zwischenzeit die Bauhilfe am Bug ausgehärtet ist, wird der Kiel in die Aussparung der Bauhilfe eingeschoben und über der Bugschablone auf den richtigen Radius gebogen,. Dabei wurde die Bugschablone provisorisch mit 3 mm Kiefer unterfüttert. Vor dem Verleimen muss jetzt der korrekte Verlauf geprüft werden. Dazu biegt man den Holm vorsichtig herunter und klammert ihn auf die Spanten 1-3, die Stringer und in die Aussparung des Heckspants. Wenn alles passt, werden die Klammern noch einmal gelöst und der Kiel endgültig verleimt.



Sobald diese Verleimung durchgetrocknet und damit der Mittelholm in seiner Position ist, muss er aufgedoppelt werden. Dazu wird die Verschraubung der Bugschablone gelockert, die 3mm Abstandshalter entfernt und die Schablone wieder festgeschraubt.



Jetzt wird die Verstärkung von unten an den Mittelholm geleimt unter Zuhilfenahme der Schablone, aber jetzt ohne Unterfütterung. Im Bild deutlich sichtbar nicht nur die Aufdoppelung, sondern auch die am Spant 1 bereits abfallenden Batten sowie die provisorisch eingesetzte Abdeckung des ersten Spants.
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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 25 Jan 2013 10:21 #6

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Chines

Nachdem die Verklebungen der Längsholme komplett durchgehärtet sind, können nun die außen liegenden Holme eingepasst, gebogen und verleimt werden. Sollte das Biegen der 5x8 mm Kiefernleisten zu schwer sein oder zum Bruch neigen, kann man die Holme auch zweiteilig ausführen: erst in 5x5 mm einsetzen und danach mit 3x5 mm auf die gewünschte Dimensionierung bringen.



Das Einpassen der Außenholme muss – genauso wie das Einpassen der Längsholme – sehr sorgfältig erfolgen. Diese Holme müssen in einem einzigen Bogen vom Heck zum Bug laufen, wobei sich der Radius dieses Bogens ändert, aber keinesfalls eine S-Kurve bilden darf!

Für den Bug müssen die unteren Holme, die die Lauffläche begrenzen, so gekürzt und abgeschrägt werden, dass sie ungefähr in einer Entfernung von 4 cm zur Bugspitze zusammenlaufen und am Mittelholm anliegen, während die Außenholme (Upper Chines) bei 2cm Entfernung auf den Mittelholm treffen.




Tipp: hier kommt es nicht so sehr auf die millimetergenaue Einhaltung von Höhe und Entfernung an, sondern auf Symmetrie, weil diese Symmetrie entscheidend ist für die Optik des Bugbereichs, während der Einfluss auf die Fahreigenschaften eher gering ist – der Bug hat während der Gleitfahrt keinen Wasserkontakt.


Arbeiten Sie hier besonders sorgfältig und schleifen die Abschrägung der Holme nicht in einem Schritt herunter, sondern überprüfen in mehreren Schritten, bevor sie dann zusammengeleimt werden. Hier empfiehlt es sich, Holzleim zu verwenden, um noch Korrekturen vornehmen zu können.

Nun folgt bereits das erste Schleifen, da die quadratischen Querschnitte der Holme der Neigung der Seitenteile und die rechtwinkligen Auflageflächen dem Verlauf der Holme folgen müssen. Verwenden Sie eine gute Holzfeile oder noch besser einen planen, nicht nachgebenden Schleifklotz aus Hartholz und überprüfen diese Arbeit – das sog. Straken – regelmäßig mit einer flexiblen Leiste.

Zu diesen Arbeiten gehört dann auch das Planschleifen des Heckspantes, damit es dort keine störenden überstehenden Holme gibt. Nun kann der Heckspant mit dem Spiegel verleimt werden, der später die sichtbare Außenfläche des Hecks bildet. Dieser Spiegel wird genau deckungsgleich vollflächig verleimt und bis zum vollständigen Durchhärten mit Klammern rundum festgehalten.



Danach werden die unteren Seitenteile ausgeschnitten und angebracht. Wenn die Umrisse auf 0,8mm FSH übertragen sind, lassen sich diese Teile mit einer kräftigen Haushaltsschere problemlos schneiden.


Tipp: bevor (!) die Papierschablonen auf Holz übertragen werden, sollten sie schon einmal zur Probe aufgelegt werden, und nötigenfalls mit mehr Übermaß noch einmal ausgeschnitten werden, bevor sie dann auf das Sperrholz dürfen.




Bevor es ans Verleimen mit den Spanten geht, legen Sie die Beplankung erst einmal als Test auf und fixieren sie mit Klammern. Achten Sie darauf, dass die Seitenteile überall noch einen gewissen Überstand behalten, der später per Minihobel, Schleifklotz und Feile abgenommen wird. Wenn alles soweit passt, werden die Klammern der ersten Hälfte gelöst, wasserfester Leim aufgebracht und das Ganze wieder fixiert. Jetzt noch einmal den richtigen Sitz kontrollieren, falls nötig korrigieren und dann die zweite Hälfte genauso aufleimen und mit Klammern fixieren. Versuchen Sie nicht, die gesamte Länge in einem Zug zu verleimen, sondern arbeiten in Ruhe in zwei Etappen.

Am Bug kann für die Fixierung auch sehr gut Kreppklebeband verwendet werden anstelle von Klammern.

Die Seitenteile sollten nicht stumpf auf den Heckspant stoßen, sondern am Heckspant vorbeigeführt und damit seitlich verleimt werden. Das vergrößert die Klebefläche und verschließt gleichzeitig das Stirnholz des Heckspants. Das abschließende Planschleifen des Überstandes am Heck nach dem vollständigen Durchhärten muss immer zum Boot hin erfolgen. Andernfalls könnten die Seitenbeplankungen wieder abgerissen werden.
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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 25 Jan 2013 12:39 #7

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Wenn beim Verschleifen des Rumpfes die schräg geschliffenen Furnierschichten ein unschönes Bild ergeben, bieten sich zwei Dinge an: entweder der Unterboden wird wie hier gezeigt mit einer Schicht (Mahagoni)Furnier überzogen, oder aber mit einer Schicht GFK, die anschließend gespachtelt, geschliffen und farbig lackiert wird.



Jetzt werden die Seitenbeplankungen für die Aufnahme des Bodens bündig geschliffen mit den Battens. Dazu benutzt man einen ausreichend großen Schleifklotz mit dem der Schiffsboden quer über die ganze Breite bearbeitet werden kann und das Resultat immer wieder mit einer Strak Latte oder einem Lineal überprüft.

Im nächsten Schritt sollte die Schablone aus dem Plan für den Zuschnitt der Bodenbeplankung zunächst benutzt werden, um die Maße auf der Helling direkt zu überprüfen und zu korrigieren wenn nötig. Danach wird nun der Boden anhand der (korrigierten) Schablone zurechtgeschnitten und mit einem Einschnitt am Bug von ca. 28cm in Längsrichtung versehen



Tipp: wenn man möglichst nah am Original bleiben will, können wie gezeigt an den Seiten Stufen eingeschnitten werden, passend zu den noch überstehenden Seitenteilen. Dann dürfen die Seitenbeplankungen vom Bug aus gemessen 24cm weit noch nicht bündig geschliffen werden, sondern sollen etwa 2mm überstehen wie auf dem Ausschnitt des Plans zu sehen ist



Das ergibt nach dem Verschleifen zwar eine extrem gleichmäßige Rundung, ist aber für das erste Bootsprojekt in Holzbauweise nicht optimal, weil hier sehr genau gearbeitet werden muss.




Wenn sich die Beplankung dann glatt auflegen lässt, verleimen Sie zunächst den gesamten ebenen Teil des Bodens, also bis kurz vor Spant 2. Benutzen Sie Klammern ringsum und ein ebenes Gewicht auf der Fläche. Diese Verleimung muss vollkommen durchtrocknen, möglichst über Nacht, aber nicht ohne einen letzten prüfenden Blick mit einem Stahllineal.

Danach geht´s an den Bug: biegen Sie vorsichtig die erste Hälfte des eingeschnittenen Bugs bis zum Mittelholm und zeichnen den Überstand grob an. Wenn der Holm sauber seitlich abgeschrägt und mit der Strak Latte überprüft wurde, dann liegt jetzt die Beplankung glatt auf und kann deshalb verleimt und nach dem Durchtrocknen verschliffen werden zu einer perfekten Mittellinie. Anschließend wird die zweite Hälfte genauso angedrückt, grob beschnitten, verleimt und sauber verschliffen.


Nun werden die Seitenbeplankungen von unteren Überstand befreit – schnell geht es mit einem Minihobel, aber gut wird es mit Feile und Schleifklotz. Dabei folgt man der Linie, die sich ergibt wenn man den außenliegenden Holm (Chine 15) mit Klammern auf die Seitenteile auflegt und mit Klammern fixiert. Hat die Kante eine saubere Linie ohne „Beulen“, so kann nun der Chine aufgeleimt und nach dem Aushärten entsprechend verschliffen werden. Auch hier hilft regelmäßiges Anlegen der Strak Latte!





Das gesamte Unterwasserschiff wurde hier mit Mahagoni doppelt beplankt, die "Upper Chines" sind aufgeleimt und geschliffen.



Gut sichtbar hier ein weiteres Detail, das vom Original übernommen wurde: etwa ab Spant 2 bildet sich zum Heck hin eine Kante, beginnend mit einem leichten Anschrägen bis hin zu einer scharf geschliffenen Abrißkante.
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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 25 Jan 2013 19:25 #8

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Wenn jetzt das Boot von der Helling genommen wird, benötigt man für die weiteren Arbeiten einen Bootsständer: entweder man baut gleich einen repräsentativen Ständer, den man dann auf Antik beizt und lackiert, oder aber man funktioniert einfach die Helling um:



Nachdem die Stützfüße mit einem Seitenschneider abgetrennt wurden, bekamen die Anschlagleisten eine Auflage aus Streifen, die aus einem handelsüblichen Küchenschwammtuch geschnitten wurden.
Dieses Material hat eine leicht klebrige Oberfläche, optimal um das Boot bei den weiteren Arbeiten zu halten, gegen Wegrutschen zu sichern und nicht zu beschädigen.



Im nächsten Schritt müssen die Reste der Stützfüße entfernt werden und die oberen Holme an die Spanten angepasst werden, also abgeschrägt werden mit Schleifklotz und Feile.



Hier ist jetzt erstmals die Kombination verschiedener Beiztöne sichtbar, durch die ein wenig Kontrast ins Boot kommt.
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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 27 Jan 2013 21:38 #9

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Beplankung

Nachdem nun die Oberseite der Foo Ling frei zugänglich ist, ist genügend Platz zum Setzen der vielen Klammern für das Anbringen der einteiligen Seitenteile. Auch hier ist wieder zunächst mit den ausgeschnittenen oder selbst erstellten Papierschablonen der Test fällig. Ausgesägt und gebeizt liegen schon die Knie für die Heckabstützung bereit.



Anschließend können die beiden Seitenteile wieder mit leichtem Übermaß aus FSH ausgeschnitten und angepasst werden. Im Hintergrund liegt auch schon die "PoolNoodle" bereit, aus wasserfestem und nicht saugenden PE Schaum, die den Bugraum ausfüllen wird als Auftriebskörper



Die Seiten liegen durchgängig auf den oberen und den außenliegenden Chines auf und müssen über die gesamte Länge lückenlos verleimt werden. Hier sollte mit Leim, Klammern und Trockenzeit nicht gespart werden. Danach folgt wieder das obligatorische Verschleifen der Kanten an den Chines. Hier sollte ausschließlich mit Feile oder sehr starrer Schleiflatte gearbeitet werden, andernfalls sind abgerundete weiche Kanten nicht zu vermeiden.


Jetzt kann, falls nicht schon am Anfang erledigt, die Verstärkung des Spants 1 eingebaut werden. Die Verstärkung ist gleichzeitig Teil der Lukenbefestigung, muss präzise gefertigt und sollte möglichst zeitlich vor den Coamings und dem Hilfsspant eingebaut werden. Die Verstärkung hat die korrekte Position, wenn die Nuten für die Coamings auf gleicher Höhe liegen mit denen von Spant 1.



Damit überragt die Verstärkung den Spant um ca 3 mm. Wenn nun die Beplankung aufgebracht wird, so überlappt die vordere Decksbeplankung die seitliche Beplankung, weil sie durch den 3mm Überstand höher liegt und so eine Fuge bildet zwischen Spant 1 und Deck. Diese Fuge ist die Aufnahme für die Decksluke. Durch die 3mm der Fuge ist so viel Spielraum, dass sie auch durch mehrfaches Lackieren nicht zu gering wird.


Tipp: wem das Auflagemaß von 3mm (Spantstärke) zu gering erscheint, der kann den Spant mit einer zweiten Verstärkung auf eine 6mm Fuge aufdoppeln, wobei dann die erste Verstärkung bündig mit Spant 1 abschließen muss.


Eine zweite Verstärkung wird auf Spant 2 aufgeleimt auf der dem Bug zugewandten Seite, wo später die Decksluke aufliegt. Außerdem dient der Spant 2 der Abstützung und Befestigung für das „Steering Board“ .



Die gesamte Spantkonstruktion muss noch an der Oberkante entsprechend der Neigung des Steering Boards abgeschrägt werden.
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Bauanleitung Foo-Ling - I did it again 31 Jan 2013 18:38 #10

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Nachdem die Beplankung angepasst und auf der Innenseite gebeizt wurde, ist sie hier schon verleimt und zur perfekten Seitenlinie verschliffen.



Ebenfalls schon geklebt ist die Verstärkung am Spant 3 zur Vergrößerung der Klebefläche für die Coamings (Cockpitleiste). Auch die Stützkniee am Heck, die auf den Battens stehen, sind eingesetzt. Gut sichtbar sind hier mehrere senkrechte Verstärkungen am Heckspant. Die schmalen äußeren Stücke sind das Gegenlager für die unter Spannung stehenden Coamings, während die beiden breiten inneren Abschnitte sowohl die Verschraubung der Aluverstärkung tragen als auch als Anschlag für die Stützkniee fungieren.




Damit können nun die Coamings eingesetzt werden. Hinten leicht angeschrägt entsprechend der Neigung des Hecks, vorn mit abnehmendem Querschnitt, am oberen Chine anliegend.



Ein weiteres Detail: mit kurzen Abschnitten der Coamingleisten sind hier beidseits Querverstrebungen eingesetzt, links zur Aufnahme des versenkt einzubauenden Gashebels, rechts um die Konstruktion symmetrisch zu halten



Damit kann nun im nächsten Schritt die Decksbeplankung nach Schablone ausgeschnitten und angepasst werden.
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