Start Die 152VO Rennklasse

Die Idee zu einer neuen RC-Rennklasse

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» Die Vorgeschichte
» Eine neue Rennklasse entsteht
» Der Garagengroove: die Philosophie von 152VO

 

Die Vorgeschichte

Unsere Geschichte beginnt im Spätsommer 2010. An einem regnerischen Sonntag surfte ich im Internet, wie immer auf der Suche nach schicken und ungewöhnlichen Booten. Eher zufällig fand ich auf » YouTube ein altes Video aus den 30er Jahren. Hemdsärmelige Männer trugen mit rassigen kleinen Sperrholzbooten Außenborder-Rennen aus. Und sie hatten ganz offensichtlich jede Menge Spass dabei:

Dieses Video war der erste Funke zu einer zündenden Idee: solche Bootsrennen der 30er- bis 50er-Jahre müsste man mit vorbildgetreuen RC-Modellen austragen! Und damit war der 152VO-Virus geboren, der sich wie ein Lauffeuer verbreitete und keine drei Jahre später halb Europa infiziert hatte.

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Warum werden die Boote im M. 1 : 5,2 gebaut?

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Eine Sache war von Anfang an klar: da die 152VO-Rennklasse in erster Linie auf Spaß und richtig tolle Optik des Rennfelds auf dem Wasser abzielt, müssen natürlich alle Boote im gleichen Maßstab gebaut sein. Aber in welchem?

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Warum wählen wir ein Baujahr zwischen 1924 und 1960?

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Wann die ersten Outboard-Rennen veranstaltet wurden, weiss niemand so ganz genau. Alte Fotos belegen, dass schon in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts "Outboard-Rennen" ausgetragen wurden - mit Flachboden-Fischerkähne und kleinen 2-PS-Motörchen. Zum Teil waren es bereits organisierte Rennen, wie z.B. der frühe "Evinrude-Cup" (der eingestellt wurde, nachdem Boote mit Johnson-Motoren den Pokal gewannen). Es gab jedoch kein klares Schema und keine festen Rennregeln.


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Die Klassenregeln

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152VO Closed Course Rennen

» Die Bauregeln
» Yardstick und Setups
» Die Rennregeln
» Die Votings

Am Anfang stand nur der Wunsch, gemeinsame Rennen mit historischen Outboard-Racing-Modellen auszutragen, die alle im gleichen Maßstab gebaut sind. Dann kam jedoch schnell die Einsicht, dass es ohne Regeln nicht geht, wenn man wirklich Spass haben will. Denn diese Boote sind alles andere als langsam! Fehlende oder schlecht durchdachte Regeln bedeuten: häufige Unfälle, technische Defekte und gefährliche Verletzungen. Das braucht niemand!

Auch wenn es auf den ersten Blick "viel" aussehen mag: der Schein trügt! Du wirst sehr schnell feststellen, dass die meisten Regeln einfach ganz selbstverständlich sind. Der Text wirkt nur deshalb recht lang, weil die Regeln sehr ausführlich erklärt sind. Das erspart Fehlinterpretationen. Unterm Strich sind es eindeutig weniger Regeln als in jeder anderen Rennklasse!

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Bauregeln: viel Freiheit, gemeinsame Optik

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Holzskelett eines 152VO-Racers

Vorwort

Unsere Bauregeln sind supereinfach:

  • bau' einen Outboard Racer aus den Jahren zwischen 1924 und 1960
  • bau' dein Boot unverändert nach Originalplan oder nach Kit aus dem » 152VO Racing Store
  • bau' einen Not-Aus-Schalter und ein Failsafe ein und setze eine vorbildgerechte Fahrerfigur ins Cockpit.

Mit diesem Konzept kommst du wie von selbst zu einem regelkonformen Boot und kannst bei der Competition die volle Punktezahl abräumen. Alle weiteren Regeln ergeben sich ganz logisch und selbstverständlich aus diesen drei Punkten. That's all - that easy!


0. Die Grundidee

Die amerikanischen Outboard-Rennen (Racing Outboards, Stock Outboards und Cottage Racing) der 40er / 50er Jahre mit vorbildgetreuen RC-Modellen wieder aufleben lassen. Kein Wettkampf im üblichen Sinne, keine Materialschlacht, keine "Jeder-gegen-jeden-Egomanie". Wichtig ist nicht die erreichbare Spitzengeschwindigkeit der Modelle, sondern

  1. der maximale gemeinsame Spass im Team,
  2. freundschaftliche und faire Wettbewerbe mit Chancengleichheit,
  3. eine tolle, realistisch wirkende Optik des Rennfeldes, sowie
  4. relativ einfach, preiswert und schnell zu erstellende Modelle.


I. Vorbilder, die zum Modell-Nachbau zugelassen sind

Als Modell-Vorbild sind alle Outboard-Racer der » Original-Klassen M / J / A / B / C / 36 / D / E / F sowie verschiedene » Cottage Racer zugelassen, solange sie folgende Kriterien erfüllen:

  1. Bauart:
    Das Vorbild ist ein offenes Ein-Personen-Rennboot in Holzkonstruktion, das auf Knien hockend mit einem Lenkrad und Handgashebel gesteuert und von einem Außenbordmotor angetrieben wird.

  2. Unzulässige Vorbilder:
    Freizeitboote wie "Familiy Runabouts", "Water Skiing Boats", Motoryachten, etc. sowie Boote mit Fahrersitzen und/oder gepolsterten Passagiersitzen sind nicht als Vorbild zugelassen.

  3. Baujahr:
    Das Baujahr des Originals (bzw. die Erstveröffentlichung der Baupläne) muss zwischen 1924 und 1960 liegen. Das entspricht dem Zeitraum von den ersten APBA-sanktionierten "Racing-Outboard"-Rennen bis zum Ende des Stock Racings. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Booten der 1950er Jahre. (Anm.: Boote bis Bj. 1965 können in Einzelfällen eine AUsnahmegenehmigung erhalten, bitte vor Baubeginn erfragen!)

  4. Rumpf:
    Zugelassen sind die drei typischen Rumpfbauarten der damaligen Zeit: Utilities (» Flatbottoms / Racing Runabouts) und Hydros (» Single-Steps / Conventionals bzw. » 3-Punkter / Rundnasen). Modernere Rumpfformen wie Pickleforks, Deep-Vs und Tunnels kamen erst später auf und sind daher nicht zugelassen.

  5. Grösse:
    Die Originallänge des Bootsrumpfes (ohne Motor) beträgt mindestens 7'-6'' bis höchstens 15' (= 2.374 bis 4.572 mm). Das entspricht einer Modell-Rumpflänge von 457 bis 879 mm.

  6. Steuerung:
    Die Lenkung des Außenborders muss per Lenkrad über Seilzüge erfolgen. Die Motordrehzahl wird mit einem Handgashebel (Safety Throttle) reguliert. Rennboote, die per » Tiller (Außenborder-Handgriff) gesteuert werden, sind als Vorbild nicht zulässig.

  7. Sitze:
    Die Boote sind nicht mit einem Fahrersitz ausgerüstet, sondern werden kniend auf einem Bodenbrett ("kneeling board") gesteuert. "Cushions" (= Kissen auf dem kneeling board) oder "knee pads" (Knieschoner) sind zugelassen.
    (Anm.: in einigen Klassenreglements der 50er Jahre wird teilweise gefordert, dass die Boote ein zweites Cockpit und Platz für insgesamt 3 Personen bieten müssen. Da es sich dabei jedoch um reine "Alibi-Notsitze" in Form eines einfachen Bretts handelt, gelten diese Boote für uns trotzdem als "einpersonig". Wichtig ist, dass das Vorbildboot während des Rennens ausschließlich mit nur einer Person besetzt war. Rennboote mit einem vorderen "Alibi-Cockpit" und Notsitz-Brettern sind also als Modellvorbild zugelassen.)


II. Die regelkonforme Bauausführung der Modelle

  1. Eigenbauten und Kits:
    152VO ist ein Markencup. Für die Teilnahme in der 152VO-Rennklasse zugelassen sind:
    a) alle Bausätze (Kits) die das 152VO-Markenzeichen tragen (Anm.: die im » Racing Store aufgeführten Kits sind selbstverständlich regelkonform),
    b) alle Modelle, die vollständig im Eigenbau entstanden sind (also nicht aus Bausätzen aufgebaut sind) und den nachfolgenden Bauregeln entsprechen.
     
     
  2. Vorbildnachweis:
    Die Existenz eines realen Modell-Vorbilds ist zwingend erforderlich. Dazu muss ein Originalplan (alternativ: das exakte Aufmaß eines Originalbootes) nachgewiesen werden. "Frei interpretierte" Außenborder-Rennbootmodelle oder Nachbauten, die ohne exakte Pläne lediglich auf der Basis von Fotos entstanden sind, sind nicht zugelassen. Wenn du einen der » hier gelisteten Originalpläne oder ein » Kit aus dem Racing Store verwendest, kannst du direkt loslegen - diese Boote werden auf jeden Fall in unserer Renklasse zugelassen. Wenn du jedoch einen anderen Plan (der » hier nicht gelistet ist) oder ein eigenes Original-Aufmaß verwenden möchtest, nimm bitte unbedingt vor Baubeginn » Kontakt zum 152VO Headquarter auf, um zu klären, ob das gewünschte Boot die Voraussetzungen für eine 152VO-Registrierung erfüllt.

  3. Maßstab:
    Der Modell-Maßstab beträgt einheitlich M. 1 : 5,2 (Vorbildmaß 1' Fuss = Modellmaß 58,62 mm, Vorbildmaß 1'' inch = Modellmaß 4,88 mm). Zur einfachen Umrechnung der amerikanischen Originalmaße in metrische Modellmaße steht ein » Umrechnungs-Tool zur Verfügung. Abweichend davon werden die Cockpit-Einbauten (Lenkrad, Handgashebel und - soweit vorhanden - externer Tank, Instrumente, etc.) im M. 1:6 ausgeführt, damit sie zur Fahrerfigur passen. Bei der Nachbildung einer vorbildgetreuen Motorverkleidung darf der Maßstab zwischen 1 : 5,2 und 1 : 6 liegen. Wir empfehlen M. 1 : 5,6 als optisch guten Kompromiss zwischen Fahrer- und Bootsgrösse.

  4. Abmessungen:
    Die Originalabmessungen laut » Bauplan sind einzuhalten. Eine Toleranz von +- 2% ist zulässig (z.B. bei einem Boot von maßstabsgetreuen 600 mm Rumpflänge und 250 mm Breite: zulässige Toleranz  588 bis 612 mm Länge / 245 bis 255 mm Breite). Abweichungen von mehr als 2% bis max. 10% werden bei den Wettbewerben mit steigenden Punktabzügen belegt. Abweichungen von mehr als 10% sind nicht zulässig. 

  5. Bauweise:
    Die Boote müssen - entsprechend dem Vorbild - in Holzbauweise (Holzskelett mit Holzbeplankung) gebaut sein. Der konstruktive Aufbau des Modells muss dem Vorbild entsprechen. Dies betrifft neben der Einhaltung sämtlicher Außenabmessungen insbesondere: den Verlauf sämtlicher Außenkonturen, Einhaltung sämtlicher Winkelmaße (z.B. Transomneigung), Anzahl und Anordnung der Spanten, Anzahl und Anordnung der Stringer sowie die Dimensionierung und Querschnitte der Bauteile (auf handelsübliche Abmessungen auf- oder abgerundet). Üblich ist eine Sperrholzbeplankung. Leisten- und Streifenbeplankungen sind zulässig, wenn das Originalboot ebenfalls leistenbeplankt war. ABS- und GFK-Rümpfe sind nicht zugelassen.

  6. Vorbildtreue:
    Der Rumpf muss in Form, Grösse und Bauweise dem Vorbild entsprechen. Die Materialdimensionierungen (Spantendicke, Holmquerschnitte, etc.) sind dem Vorbildplan zu entehmen und auf handelsübliche Modellbau-Maße zu runden. Die Genauigkeit der Detaillierungen (Cockpit, Beschläge, etc.) ist freigestellt: sie kann vom einfachen, vorbildähnlichen Semiscale-Modell bis hin zum perfekt detaillierten Scale-Modell reichen.

  7. Zulässige und unzulässige Modifikationen:
    Modifikationen sind in Ausnahmefällen zugelassen, sofern sie a) das äußere Erscheinungsbild des Bootes und b) die hydrodynamische Form und Funktion des Rumpfes nicht verändern.

    Zugelassen sind

    • das Anbringen einer Turnfin, die im Original nicht existierte,
    • Änderungen an Form und Grösse der originalen Turnfin,
    • das Verschliessen offener Spanten oder Coamings, um den Technikbereich vor Wasser zu schützen,
    • das Anbringen zusätzlicher (möglichst unauffälliger!) Revisionsklappen, um die Technik zugänglich zu machen, 
    • das Anbringen zusätzlicher Stringer auf der Lauffläche, die jedoch eine maximale Höhe und Breite von jeweils 4mm nicht überschreiten dürfen,
    • kleinere optische Detailmodifikationen, wie sie beim Vorbild üblich waren. Dazu gehören: Änderungen des Cockpitausschnitts oder der Cockpitausstattung, Änderung der Coamingform, zusätzliche Instrumentierung im Cockpit, externer Benzinkanister, etc. All diese Änderungen müssen jedoch per Foto eines real existierenden Vorbilds nachgewiesen werden!

    Nicht zugelassen sind

    • der Phantasie entsprungene Modifikationen ohne Vorbild,
    • sichtbare Änderungen am Unterwasserschiff,
    • hydrodynamische oder aerodynamische Auftriebshilfen (= Anbringung von Bauteilen, die den Luftdruck nutzen, um das Boot leichter gleiten zu lassen),
    • zusätzliche bzw. zu wenige Holme / Stringer im sichtbaren Bereich,
    • Veränderung der Spantenanzahl / Versetzen der Spanten,
    • sichtbare Änderung des Transomwinkels,
    • Verlängerung der Lauffläche um mehr als 5mm,
    • Anbringung unlackierter GFK- oder Carbonteile,
    • Holzdeck statt Stoffbespannung (und umgekehrt).

  8. Pilotenfigur:
    Das Modell-Cockpit muss mit einer möglichst echt aussehenden » Pilotenfigur im M. 1:6 besetzt sein (ca. 30cm groß, so genannte "Action-Figur"). Die Figur muss gelenkig genug sein, um vorbildgerecht kniend fahren zu können. Empfohlen werden Modifikationen an den Schenkeln, um eine tiefere Knieposition zu erreichen. Sturzhelm und Rettungsweste sind Pflichtausstattung des Piloten. Die Figur sollte » vorbildgetreu gekleidet sein (Hose / Jeans, T-Shirt / Hemd / Pullover, leichte Schuhe). Leere "Geisterboote" sind im Interesse einer guten Gesamtoptik des Rennfeldes nicht zugelassen. Stofftiere, Plüsch- und Comicfiguren, Barbies, Kens, Big Jims und andere spielzeughafte Figuren sind ein absloutes "No-Go"!

  9. Cockpitausstattung:
    Ein maßstäbliches Steuerrad (in der Regel 15" Vorbildgrösse = 63,5 mm Modellgrösse) muss im Modell enthalten sein. Die Nachbildung eines Handgashebels ist gerne gesehen, aber nicht Pflicht. Ein Fahrersitz ist grundsätzlich nie vorhanden. Die Nachbildung eines Kneeling Boards muss im Modell vorhanden sein. Die Boote wurden auf dem Bodenbrett kniend pilotiert; die Fahrer trugen lediglich Knieschoner. Die Nachbildung eines Knie-Kissens auf dem Kneeling Board ist gestattet. Ein Benzinkanister als externer Tank kann nachgebildet werden, sofern auch im Original ein externer Tank vorhanden war (Anm.: viele Stock Outboards und alle Racing Outboards hatten lediglich einen internen Tank).

  10. Außenborder:
    Der Modell-Außenborder kann » optisch vorbildgetreu modifiziert werden. Eine originalgetreue Haube, eine komplette Umlackierung, Rennauspuff- oder Zylinder-Attrappen - alles, was es nachweislich beim Vorbild gab, ist erlaubt. Jeder optische Umbau muss jedoch unmittelbar an einem konkreten Vorbildmotor der 30er bis 50er Jahre orientiert sein. Phantasieprodukte wie z.B. 8-Zylinder-Dragstermotoren, Turbinen und Science-Fiction-Aggregate sind nicht zulässig. Technische und mechanische Modifikationen des Modell-Außenborders sind zulässig.

  11. Finish:
    Lackierung und » Finish sind freigestellt, sollen aber dem Original entsprechen. Wenn das Originalboot z.B. farbig lackiert war oder ein stoffbespanntes Deck hatte, sollte das Modell ebenso ausgeführt werden. Die Anbringung eines (frei wählbaren) Bootsnamens ist ebenso erwünscht wie die Anbringung von Tragegriffen (Bowhandle, Transom-Handles) und anderen vorbildgetreuen Beschlägen.

  12. Startnummer:
    Die Boote müssen zur Rennteilnahme mit einer » Startnummer versehen werden. Schriftart, Farbe, Grösse und Aussehen der Startnummer sowie die Position am Rumpf sind verbindlich vorgegeben.


III. Die technische Ausrüstung der RC-Modelle

  1. Außenbord-Motor:
    Als Antrieb muss ein » funktionsfähiger, elektrischer Außenborder verwendet werden (fertig gekauft, modifiziert oder Eigenbau). Die Außenborder können mit Elektromotoren freier Wahl bestückt werden. Es wird dringend empfohlen, serienmässige Bürstenmotoren gegen Brushless-Motoren » auszutauschen. Allerdings sollte bei der Wahl des passenden Brushless-Motors immer Sachverstand und Vernunft walten, um "unfahrbare Monsterboote" und verbrannte Regler zu vermeiden.

    Glühzünder-Außenborder sind prinzipiell erlaubt, können aber nicht empfohlen werden. Sie schränken den Betrieb des 152VO-Modells insofern ein, als dass diese Antriebsart auf den meisten öffentlichen Seen und Gewässern verboten ist.

  2. Unzulässige Antriebe:
    Außenborder-Attrappen, versteckte Inboard-Motoren, Jet-Antriebe und so genannte "Z-Drives" sind nicht gestattet.

  3. Propeller:
    Die » Propeller können frei gewählt werden. Vom Graupner Kunststoff-K-Prop bis zum Octura-Metallprop ist alles erlaubt, was Spass und Sinn macht und den verwendeten Motor nicht überfordert.

  4. Yardstick:
    Um Chancengleichheit der Modelle zu gewährleisten, ist ein » Yardstick festgelegt, der die zulässige Obergrenze für Motoren und Propeller definiert. Die selbst gewählte Kombination von Motor und Propeller darf den maximal zulässigen » Yardstick nicht überschreiten.

  5. Lenkung:
    Zur Steuerung des Außenborders ist die Nachbildung einer funktionierenden Seilzug-Anlenkung Pflicht. Die Außenborder müssen über eine Steeringbar und eine Servo-Seilscheibe angelenkt werden. Der gesamte Anlenkungsstrang muss mechanisch solide (renntauglich belastbar!) ausgeführt werden. Andere Arten der Anlenkung (z.B. Anlenkung per Schubstange, Seilzugsteuerung mit Servohebel) sind nicht zulässig.

  6. Kabel und Stecker:
    Steckverbindungen sind grundsätzlich mit vergoldeten Kontakten auszuführen. Für den Fahrstrom sind Leitungen mit mindestens 2,5 mm² Querschnitt (oder mehr) und Goldkontakt-Stecker mit mindestens 3,5 mm Durchmesser (oder mehr) zu verwenden.

  7. Not-Aus-Schalter:
    Im Cockit muss ein » Not-Aus-Schalter ("Panic Switch") vorhanden sein, der den Akku vollständig vom Bordnetz trennt. Er dient gleichzeitig als "Zündschlüssel" für unsere Boote. Der Not-Aus-Schalter wird vorne rechts im Cockpit eingebaut. Er besteht aus zwei fest installierten 4 mm Goldkontakt-Buchsen, die durch eine rote Kabelschlaufe mit Goldkontaktsteckern an den beiden Enden kurzgeschlossen werden (Kurzschlußbrücke). Der Schalter muss mit den Fingern leicht erreichbar und eindeutig erkennbar sein, es darf keine Verwechslungsgefahr mit anderen Ausrüstungsgegenständen geben. 

  8. Akkus:
    Als » Akkus werden LiPos (ersatzweise LiFePo4) empfohlen. NiMh- und NiCd-Typen sind zwar gestattet, wir raten aufgrund ihres hohen Gewichts und ihrer niedrigen Energiedichte jedoch dringend davon ab.

  9. Funkfernsteuerung:
    Die Boote werden mit einer 2-kanaligen » Fernsteuerung gesteuert (Kanal 1: Gas, Kanal 2: Lenkung). Wir raten dringend zur Verwendung eines Pistolensenders. Drei- und mehrkanalige Anlagen sind zulässig, solange nur zwei Kanäle genutzt werden. Weitere Kanäle und Sonderfunktionen (z.B. ferngesteuerte Außenborder-Trimmung) sind nicht zulässig. Die Sendefrequenz beträgt 2,4 GHz (empfohlen) oder 40 MHz. 40 MHz-Sender müssen grundsätzlich mit einem gut erkennbaren Frequenwimpel an der Antennenspitze ausgestattet sein. 2,4 GHz-Sender müssen vor Beginn des Rennens an ihren Empfänger "gebunden" werden. Andere Sendefrequenzen (z.B. 27 oder 35 MHz-Anlagen) sind nicht zulässig.

  10. Fail Safe:
    Die Empfangsanlage muss mit einem 1-kanaligen » Fail Safe ausgerüstet sein, das entweder bereits im Empfänger eingebaut ist oder als Modul nachgerüstet werden kann (z.B. Ansmann Car Fail Safe). Das Failsafe ist so einzustellen, dass es den Motor bei Empfangsstörungen und Signalverlust schnellstmöglich abschaltet (= Fahrtregler auf Null). Die einwandfreie Funktion des Fail Safes wird vor einem Rennen überprüft (Modell an Land in Betrieb nehmen, Motor starten, Sender ausschalten).

 

» weiter zum Kapitel "Der Yardstick"

 
 

Der Yardstick - Chancengleichheit trotz unterschiedlicher Antriebskonzepte

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BL-Motor an einem 152VO-Utility » Die Divisions
» Der Yardstick-Index
» Yardstick Division VO-Utility
» Yardstick Division VO-Hydro
» Yardstick Division VX-Utility
» Yardstick Division VX-Hydro


Eine wichtige Bemerkung vorab:
wähle den Motor und das Setup für dein Boot stets so, dass es sicher und flipfrei läuft! Denn ein Boot, das sich im Rennen überschlägt, erhält keine Punkte!

Der Yardstick ist lediglich eine "Richtschnur", die nicht überschritten werden darf. Aber nicht jeder Bootsrumpf wird mit dem maximal erlaubten Yardstick stabil laufen. Somit liegt es in deinem ureigenen Interesse, eine vernünftige Motorisierung zu wählen, die deinem Boot und deinem Fahrstil entspricht. Ein langsameres Boot, das sicher im Ziel ankommt, hat erheblich bessere Siegeschancen als ein schnelles Boot, das an seiner physikalischen und fahrerischen Grenze läuft. Denke immer an den Grundsatz:

"In order to finish first, first you must finish!"  (übersetzt: um ein Rennen zu gewinnen, musst du es erstmal beenden!)

 

Die Divisions

In Anlehnung an das Vorbild werden die 152VO-Rennen in vier verschiedenen Divisions gefahren:

VO-Utility: Utilities mit einer Originallänge von 7'-6'' bis einschliesslich 12' (Modell 440 - 703 mm lang),

VX-Utility: Utilities mit einer Länge über 12' bis 15' (Modell 704 - 879 mm lang),

VO-Hydro: Dreipunkter und Single Steps mit einer Originallänge von 7'-6'' bis einschliesslich 10' (Modell 440 - 586 mm lang),

VX-Hydro: Dreipunkter und Single Steps mit einer Originallänge über 10' bis 15' (Modell 587 - 879 mm lang).

Um Chancengleichheit aller Boote innerhalb einer Division zu gewährleisten, ist die technische Ausrüstung (= das sog. "Setup", bestehend aus Motor, Akku und Propeller) reglementiert. Das Setup darf einen vordefinierten, "maximal erlaubten Vortrieb" nicht überschreiten! Diese Reglementierung soll gleichzeitig grösstmögliche Freiheit bei der Auswahl des eigenen Setus gewährleisten. Der "maximal erlaubte Vortrieb" wird durch eine Art Kennzahl ausgedrückt: den so genannten Yardstick Index. Diese Kennzahl ist für jede Division separat festgelegt. Aber was besagt dieser "Yardstick-Index" überhaupt?

 

Der Yardstick-Index

Jeder Rumpf hat seine eigene "Maximalgeschwindigkeit", mit der er noch sicher läuft. Fährt das Boot schneller, wird es instabil und neigt zum kentern. Da wir bei unseren Rennen einerseits vorbildgetreue Geschwindigkeiten anstreben und andererseits möglichst wenig mit dem Bergeboot unterwegs sein wollen, wird die erzielbare Modellgeschwindigkeit begrenzt. Die theoretisch erreichbare Geschwindigkeit eines Modells ergibt sich vorrangig

  • aus den Faktoren, die zum Vortrieb beitragen (Motordrehzahl, Akkuspannung, Propellergrösse und -steigung) und
  • aus den "bremsenden" Faktoren (Propellerschlupf, Rumpfwiderstand, Rumpfgrenzgeschwindigkeit).  

Der für jede Bootsklasse festgelegte Yardstick-Index ist eine dimensionslose Kennzahl, also eine "Vergleichszahl ohne Einheit". Er legt eine Obergrenze fest, welchen maximalen (theoretischen) Vortrieb ein Modell keinesfalls überschreiten darf:

Yardstick-Index = spezifische Motordrehzahl ("kV-Wert") x Akkuspannung (Volt) x Propellerdurchmesser (mm) x Propellersteigung (Steigungsfaktor)

Um zu überprüfen, ob das geplante Setup des eigenen Modells den vorgeschriebenen Yardstick-Index nicht überschreitet, ist nur eine ganz simple Rechnung erforderlich, die jeder selber vornehmen kann. Dazu multiplizierst du lediglich vier bekannte Werte:

  • die spezifische Drehzahl deines Motors ("kV-Wert" = "Umdrehungen pro Volt"), sie ist im Datenblatt deines Motors angegeben,
  • die Spannung deines Akkus (ergibt sich aus der Zellenzahl: bei LiPo-Akkus 3.7 Volt / Zelle, bei LiFePo-Akkus 3.3 Volt / Zelle),
  • den Durchmesser deines Props (geht normalerweise aus der Propbezeichnung hervor, ansonsten nachmessen) und
  • die Propsteigung (= Steigungsfaktor, siehe Herstellerangabe).

Beispiel:

Nehmen wir ein Boot mit einem 2.000-kV-Motor, einem 4-zelligen LiPo-Akku und einem 33mm Graupner K-Prop. Der Yardstick-Index ergibt sich dann aus:

Brushless-Motordrehzahl (laut Datenblatt) 2.000 kV x Akkuspannung (4-Zellen-LiPo) 14.8 V x Propdurchmesser (gemessen) 33 mm x Propsteigung (Herstellerangabe) 1,4
= 2000 x 14.8 x 33 x 1.4
= Yardstick-Index 1.367.250

Zur Berechnung des Yardstick-Index werden die Leerlaufwerte angesetzt, also "Motordrehzahl ohne Last", "Akkuspannung ohne Last". Die Verwendung eines solchen Index hat den großen Vorteil, dass in keiner Division ein konkreter Motortyp, Akku oder Propeller vorgeschrieben ist. Damit hat der 152VO-Pilot grösstmögliche Freiheiten, sein individuelles Setup zusammenzustellen. So kannst du z.B. einen größeren Propdurchmesser durch einen langsamer drehenden Motor kompensieren. Du kannst steilere oder flachere Props verwenden, mit grösserem oder kleinerem Durchmesser, zwei oder drei Blättern aus Kunststoff, Messing oder Metall. Du kannst einen schnelleren Motor an wenig Zellen oder einen langsameren Motor an vielen Zellen betrieben - ganz wie du magst und welches Setup am besten für dein Boot passt. Wichtig ist lediglich, dass der vorgeschriebene Yardstick-Index nicht überschritten wird.

Der zulässige Yardstick-Index wird für jede Bootklasse separat vorgeschrieben. Die Siegerboote eines Rennens werden unmittelbar nach Rennende darauf überprüft, ob ihr Setup den zulässigen Yardstick-Index nicht überschreitet. Zur Überprüfung ist die spezifische Motordrehzahl (= "kV-Wert") vom Bootseigner durch das entsprechende Herstellerdatenblatt nachzuweisen. Die Akkuspannung wird anhand der im Boot sichtbaren Zellen ermittelt (z.B. 2-zelliger LiPo = 7.4 Volt, 3-zelliger LiFePo = 9.9 Volt). Der Propdurchmesser wird direkt am Boot gemessen. Bei nicht gekennzeichneten oder "exotischen" Props ist die Steigung ebenfalls per Herstellerdatenblatt nachzuweisen. Bei üblichen Props mit allgemein bekannter Steigung (z.B. Graupner K-Prop = 1.4 Steigung, Octura X6xx = 1.6 Steigung) sind keine zusätzlichen Herstellerangaben erforderlich.

Überschreitet das Setup eines Bootes den zulässigen Yardstick-Index, führt dies zur Disqualifizierung des Bootes für alle Rennen der Competition. Der Fahrer des disqualifizierten Bootes kann jedoch mit einem anderen Boot an weiteren Rennen der Competition teilnehmen.

 

Yardstick Division VO-Utility

Für die Bootsklasse "VO-Utility" wird ein Yardstick-Index von 1.370.000 festgelegt. Dieser Wert darf keinesfalls überschritten werden.

Beispiele für passende Setups, die diesen Index nicht überschreiten:

  • BL-Motor 4.000 kV / Akku 7.4 Volt (2-Zellen LiPo) / Graupner K-Prop Dreiblatt 33 mm, Steigung 1.4 -> Yardstick 1.367.520
  • BL-Motor 3.800 kV / Akku 7.4 Volt (2-Zellen LiPo) / Graupner K-Prop Zweiblatt 34.5 mm, Steigung 1.4 -> Yardstick 1.358.196
  • BL-Motor 2.750 kV / Akku 11.1 Volt (3-Zellen LiPo) / Octura X432 Prop 32 mm, Steigung 1.4 -> Yardstick 1.367.520
  • BL-Motor 2.100 kV / Akku 13.2 Volt (4-Zellen LiFePo) / Octura X435 Prop 35 mm, Steigung 1.4 -> Yardstick 1.358.280
  • BL-Motor 2.000 kV / Akku 14.8 Volt (4 Zellen LiPo) / Graupner K-Prop Zweiblatt 33 mm, Steigung 1.4 -> Yardstick 1.367.520

Der Yardstick-Index von 1.370.000 ermöglicht rein theoretisch eine Modellgeschwindigkeit von ca. 57 km/h (bei angenommenen 30% Propellerschlupf). In der Praxis kann diese Geschwindigkeit jedoch aus mehreren Gründen nicht erreicht werden. Zum einen sinkt die Lastdrehzahl des Motors gegenüber der Leerlaufdrehzahl um gut 20%, weil sowohl der Propeller als auch die Reibung der eng gebogenen Flexwelle den Motor "einbremst". Zum zweiten sinkt die Spannung des Akkus unter Last. Und auch die Rümpfe der Utilities bremsen durch ihren Wasserwiderstand (benetzte Fläche) stärker als z.B. die widerstandsärmeren Dreipunkter. 

In der Praxis kann daher von maximal erzielbaren Höchstgeschwindigkeiten zwischen ca. 40 und 45 km/h ausgegangen werden. Umgerechnet auf Originalverhältnisse entspricht dies einer Vorbildgeschwindigkeit von 91 bis 102 km/h (= 57 bis 64 mph). Ein Blick auf die » 1955er Rekordgeschwindigkeiten des Vorbilds zeigt: unsere VO-Utilities sind mit einem Yardstick-Index von 1.370.000 in der Praxis bereits gute 20% schneller als die schnellsten Originale der entsprechenden Stock-Rennklassen AU/BU.  

 

Yardstick Division VO-Hydro

Noch kein verbindlicher Yardstick festgelegt. Bis entsprechende Praxiswerte verfügbar sind, wird für VO-Hydro übergangsweise ein Yardstick-Index von 1.370.000 festgelegt.

-folgt -

 

Yardstick Division VX-Utility

Noch kein verbindlicher Yardstick festgelegt. Bis entsprechende Praxiswerte verfügbar sind, wird für VX-Utility übergangsweise ein Yardstick-Index von 1.370.000 festgelegt.

-folgt -

 

Yardstick Division VX-Hydro

Noch kein verbindlicher Yardstick festgelegt. Bis entsprechende Praxiswerte verfügbar sind, wird für VX-Hydro übergangsweise ein Yardstick-Index von 1.370.000 festgelegt.

- folgt -

 

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