Rennregeln: die richtige Taktik führt zum Ziel

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» 0. Gentlemen's Agreement
» I. Check In
» II. Qualifying
» III. Closed Course Races
» IV. Marathon Race
» V. Drag Race

Hier kannst du dir die Fahrer- bzw. Messbriefe herunterladen:

PDF-Download» Fahrerbrief + Messbrief / Driver sheet + measurement report (718 kB)

 

0. Gentlemen's Agreement

Das Wichtigste zuerst: 152VO-Rennen werden in freundschaftlicher Rücksichtnahme ausgetragen. Sicherheit kommt vor Top-Speed.

  1. "In order to finish first, first you must finish!"  Übersetzt: um ein Rennen zu gewinnen, musst du das Rennen erst einmal beenden! Denn ein übermotorisiertes, unstabiles oder schlecht laufendes Boot, das sich während des Rennens überschlägt, kommt nicht ins Ziel. Hier ist Köpfchen und Taktik angesagt: treffe eine kluge Entscheidung, welches Setup zu deinem Boot und deinem fahrerischen Können passt, um sicher über die Ziellinie zu kommen!
  2. Der Gemeinschaftsgedanke steht über dem Wettkampfgedanken. Ein freundschaftlicher, hilfsbereiter und respektvoller Umgang miteinander und der Spass im Team sind grundlegende Voraussetzung.
  3. Wettbewerb: ja, Konkurrenzkampf: nein!
  4. Jeder hilft jedem, so gut er kann.
  5. Beim Rennen hat die gegenseitige Rücksichtnahme und Sicherheit der Piloten oberste Priorität.
  6. Die Unversehrtheit der anderen Boote hat höhere Priorität als die Unversehrtheit des eigenen Bootes - fahre entsprechend rücksichtsvoll!

Wir alle zusammen sind ein Team! Dabei sein ist alles, die Freude an gemeinsam ausgetragenen Rennen steht im Vordergrund, der Sieg ist Nebensache. Wir möchten zusammen die Kultur des Vintage Outboard Racings zelebrieren. Grob unsportliches Verhalten wird deshalb im Interesse aller Beteiligten mit Disqualifikation geahndet.

 

I. Check In

Das Check In ist der Beginn jeder 152VO-Competition. Hier melden die Fahrer ihre Boote zum Rennen an.


  1. Teilnahmevoraussetzungen:
    Voraussetzung für die Teilnahme an einer 152VO-Competition sind:

    • deine Anmeldung für die Competition auf dem 152VO-Portal (» Anmeldeformular)
    • ein » regelkonform gebautes Boot (mit » Not-Aus, Failsafe, fest angebrachter » Startnummer) und ein mitgeführtes Registration Certificate,
    • der Nachweis über den verwendeten Motortyp (kV) und Propeller (Durchmesser / Steigung),
    • der Nachweis einer abgeschlossenen » Modellhalter-Haftpflichtversicherung oder Privat-Haftpflicht, die explizit RC-Rennboote beinhaltet. (Achtung: einige private Haftpflichtversicherungen decken nur langsame Bootsmodelle ab!),
    • ein ausgedruckter Fahrerbrief sowie für jedes deiner mitgebrachten Boote ein ausgedruckte Messbrief. Die PDF-Downloads findest du oben, am Anfang dieser Seite.

  2. Check In auf der 152VO-Competition:
    Sobald du im Fahrerlager angekommen bist und ausgiebig die Rennatmosphäre geschnuppert hast,

    • gehst du mit deinem Boot und dem Messbrief erst einmal zur technischen Abnahme. Dort wird dein Boot vermessen, Not-Aus und Failsafe überprüft und die Einhaltung des Yardsticks kontrolliert.
      Zur Kontrolle muss der Akku gut sichtbar sein und ein technisches Merkblatt über den verwendeten Motor vorliegen, aus dem die spezifische Drehzahl (= der "kV-Wert") eindeutig hervor geht. Der Propdurchmesser wird gemessen, die Steigung muss bei unbekannten Propellertypen nachgewiesen werden. Bei bekannten Props (z.B. TFL, Octura X4xx / X6xx, Graupner K-Prop, etc.) kann die Steigung als bekannt vorausgesetzt werden. Eine Überschreitung des zulässigen Yardsticks führt zur Disqualifikation des Boots.
    • kommst dann mit deinem Fahrerbrief und Messbrief zum Pavillon der Rennleitung,
    • entrichtest dort die Startgebühr,
    • wirst du mit deinen Booten in die Rennsoftware eingetragen,
    • erhältst du deinen Check-In-Stempel und das Jahresbadge der Competition... und schon kannst du zum Qualifying antreten!


 

II. Qualifying

Läuft dein Racer eigenstabil und flipfrei? Und bist du fit für 2 x 3 sicher gefahrene Runden ohne Regelverstösse?

Bevor dein Boot im Closed-Course- oder Marathon-Rennen antreten darf, muss es ein erfolgreiches Qualifying absolviert haben.



  1. Zweck des Qualifyings:
    Jedes Boot muss zuerst ein erfolgreiches Qualifying absolviert haben, bevor es zu den Rennen zugelassen wird. Mit dem Qualifying weist du nach, dass du dein Boot fahrerisch beherrschst, dass das Boot sicher und eigenstabil läuft und keine Gefahr für andere Teilnehmer darstellt.

  2. Durchführung:
    • Der Fahrer hat maximal vier Qualifying-Versuche, von denen er zwei erfolgreich beenden muss.
    • Das Qualifying wird auf dem Quartermile-Rundkurs (siehe II.1) ausgetragen. Es treten jeweils 4 Boote gegeneinander an.
    • Gestartet wird mit stehendem Start an der Startlinie. Die Startuhr gibt einen 5-Sekunden-Countdown vor.
    • Gefahren werden drei Runden (= ca. 530 Meter), die innerhalb von 120 Sekunden beendet werden müssen.
    • Gemessen wird die Zeit vom Startsignal bis zum Beenden der dritten Runde.

  3. Fahrregeln:
    Die Fahrregeln entsprechen denen im Closed-Course-Rennen (siehe Punkt II.9)

  4. Penalities:
    Ein Qualifying gilt als nicht bestanden,
    • wenn drei von vier Qualifying-Versuchen nicht beendet wurden ("DNF" = did not finish),
    • wenn die drei Runden nicht in 120 Sekunden beendet wurden,
    • wenn die Startlinie vor Ertönen des Startsignals überfahren wird (Frühstart),
    • wenn eine Boje ausgelassen wurde (= links vorbei fahren an der Boje),
    • wenn sich dein Boot während der drei Runden überschlägt,
    • wenn dein Boot wegen leerer Akus oder technischer Defekte liegen bleibt.

    Regelverstösse werden wie im Closed-Course-Rennen geahndet (siehe Punkt II.12).

  5. Havarie:
    Das Qualifying wird bei einer Havarie nicht unterbrochen. Gekenterte Boote werden erst nach Beendigung des Qualifying-Laufs geborgen.

  6. Wertung:
    Die schnellere Zeit deiner beiden erfolgreichen Qualifying-Läufe wird gewertet. Die langsamere Zeit wird gestrichen.

 

III. Closed Course Race

Das Quartermile-Rennen: wer geht nach 15 Runden als Erster durchs Ziel? Und wer schafft die 15 Runden ohne Flip und Ausfall?

Das Closed Course Race führt über 15 Runden (Laps). Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn (links herum). Es werden insgesamt 2 Heats (Durchgänge) absolviert. Einen Heat gewonnen hat derjenige, der nach 15 Runden als Erster die Start-/Ziellinie überquert. Aber Vorsicht: bei einem Flip ist das Rennen für dich beendet - wer die 15 Runden nicht schafft, erhält keine Punkte! Sichere Bootsbeherrschung und die richtige Fahrtaktik führen zum Ziel. Gesamtsieger beim Closed Course Race wird derjenige, der das beste Punktergebnis aus zwei Heats erzielt hat.


  1. Rennkurs:
    Gefahren wird im Ovalkurs von 60 x 18 Metern = 176,55 Meter Gesamtlänge pro Lap. Die beiden Kehren (9 Meter Radius) werden durch jeweils drei rot-gelbe Bojen definiert. Die Starteruhr befindet sich auf der Mitte der Start-Ziel-Geraden. Die Start-Ziel-Linie (und die Mittellinie der Gegengeraden) wird durch gelb-grüne Bojen und die Starteruhr definiert. Die Start-Ziel-Linie ist 5 Meter breit. Die Uferrandzone (Sicherheitszone) beträgt min. 10 Meter. Der Kurs ist unterteilt in sechs Sechstel: jeweils 2 x 30 Meter Gerade, 2 x 30 Meter Gegengerade und 2 Kurven á 28,27 Meter.

    152VO Quartermile Closed Course

    Die Rundkurs-Gesamtlänge von 176,55 m entspricht einem originalen Quartermile-Rundkurs (1/4 mile = 402,33 Meter). Umgerechnet auf 152VO-Grösse ergibt das: Originallänge / [Wurzel aus Maßstabsnenner] = 402,33 Meter / 2,28 = 176,50 Meter.

  2. Renndauer:
    Es werden 15 Runden ("Laps") gefahren. Die Rundenzeiten betragen etwa 14 Sekunden (bei 45 km/h) bis 21 Sekunden (bei 30 km/h). 15 Runden entsprechen also einer Fahrzeit von ca. 3,5 bis 5,5 Minuten.

    Ein Closed-Course-Rennen besteht aus zwei Durchgängen ("Heats"). Es werden also insgesamt 2 x 15 Runden gefahren. Zwischen den beiden Heats liegen mindestens 20 Minuten Pause (Akkuwechsel, etc.). Zum unterbrechungsfreien Ablauf der Competition sollte jedes Boot über mindestens einen Reserveakku verfügen.

  3. Gruppenaufteilung:
    Es treten nur 152VO-Racer der gleichen » Division gegeneinander an (VO-Utility, VO-Hydro, VX-Utility, VX-Hydro). Gefahren wird möglichst mit 5 Booten. Sind mehr als 5 Boote pro Division zum Rennen gemeldet, werden sie in gleichgroße Gruppen aufgeteilt (bis zu 6 Boote pro Gruppe, maximal 1 Boot Unterschied zwischen den Gruppen).

    Du kannst in jeder Division mit einem eigenen Boot antreten. Sprich: wenn du ein VO-Utility, ein VX-Utility, ein VO-Hydro und ein VX-Hydro besitzt, kannst du alle 4 Closed Course Races mitfahren. Dein bestes Rennergebnis kommt in die End-Wertung. Anders ausgedrückt: du kannst nicht mit zwei Booten in der gleichen Division antreten!

  4. Rennleiter:
    Jedes Rennen wird durch zwei Rennleiter überwacht. Ihren Anweisungen ist diskussionslos zu folgen. Die Rennleiter bedienen die Startuhr, notieren Frühstarter, überwachen Havarien, entscheiden über Rennunterbrechungen und Bergebooteinsätze und sprechen Verwarnungen bzw. Disqualifikationen aus.

  5. Tally Counter:
    Jedem Fahrer steht ein Helfer ("Tally Counter") zur Seite. Er zählt unparteiisch und objektiv die gefahrenen Runden und Strafrunden "seines" Fahrers. Der Tally Counter ruft außerdem Verwarnungen ("VO-123, Achtung!") und Havarien seines Fahrers ("VO-123, Havarie bei drei Sechstel") aus.

  6. Preparation Phase:
    Sobald die Signalhupe der Starteruhr ertönt, beginnt die zweiminütige Startphase ("Preparation Phase", auch signalisiert durch zwei weiße Leuchten an der Startuhr). In dieser Zeit bereiten die Fahrer ihre Boote vor, überprüfen die Funktion ihrer RC-Steuerung, sichern die Akkus gegen Verrutschen, kleben evtl. ihre Rumpfdeckel ab, etc. 

  7. Crucial Phase:
    Die letzte Minute vor dem Start wird durch ein weiteres Hupsignal angekündigt ("Crucial Phase", auch signalisiert durch die gelbe Leuchte an der Startuhr). Die Fahrer setzen ihre Boote aufs Wasser und fahren in den Rennkurs ein. Sie absolvieren dort eine oder mehrere Runden in normaler Renngeschwindigkeit. Starkes Abbremsen oder Stehenbleiben vor der Startlinie, absichtliches Stehenbleiben auf dem Kurs, Fahren in Gegenrichtung oder "Abkürzen" zwischen den Bojen wird mit sofortiger Disqualifizierung geahndet. Die letzten 5 Sekunden vor dem Start werden durch 5 einzelne Huptöne der Starteruhr signalisiert. Der Rennstart erfolgt fliegend, also mit Vollgas. Die richtige Fahrtaktik während der "crucial phase" besteht also darin, die Startlinie so schnell wie möglich nach Ertönen des Startsignals zu überqueren - aber keinen Moment früher!

  8. Start:
    Die Startfreigabe wird durch durch zwei grüne Leuchten und einen langen Hupton der Startuhr signalisiert. Der Tally Counter drückt seine Stoppuhr exakt beim Signalton (nicht erst dann, wenn sein Boot die Startlinie überquert!). Er zählt die Rundenanzahl ("Laps") seines Fahres. Ein Überqueren der Startlinie vor Ertönen des Signaltons gilt als Frühstart ("JTG" / "Jumping the gun"). Bei einem Frühstart hat der entsprechende Fahrer eine zusätzliche Strafrunde zu fahren. Das Rennen wird bei Frühstart nicht abgebrochen.

  9. Fahrregeln:
    Folgende Fahrregeln sind einzuhalten:
    • Gefahren wird ausschliesslich auf geraden, gleichmässigen Bahnen. "Schlangenlinien" sind verboten.
    • Havarierte Boote sind in einem Sicherheitsabstand von mindestens 5 Metern zu umfahren.
    • Das Bergeboot hat prinzipiell Vorfahrt und muss in mindestens 5 Meter Abstand umfahren werden.
    • Als unsportliches Verhalten (= Verwarnung) gilt:
      - das Weiterfahren bei einer Rennunterbrechung durch den Rennleiter,
      - das Umfahren des Bergeboots oder eines havarierten Rennboots in weniger als 5 Meter Abstand.
    • Als grob unsportliches Verhalten (= Disqualifikation) gilt:
      - grundlose Schlangenlinien oder "Zickzack" fahren (Ausnahme: notwendige Ausweichmanöver bei Gefahr),
      - vorsätzliches Abdrängen oder Rammen eines anderen Bootes (Anm.: versehentliche Bootsberührungen während des normalen Rennverlaufs werden nicht als Abdrängen / Rammen gewertet),
      - Rammen des Bergebootes,
      - Rammen / Überfahren eines Havariebootes.

  10. Havarie:
    Im Havariefall ruft der Tally Counter sofort die Bootsnummer und die Position seines Bootes im Kurs aus ("VO-123, Havarie bei drei Sechstel"). Nur der Rennleiter entscheidet, ob das Rennen unterbrochen und das Boot geborgen wird. Ein gekentertes Boot, das weder eine Gefahr für die anderen Boote darstellt noch zu versinken droht, wird erst nach Ende des Rennens geborgen. Ein abgetriebenes oder deutlich außerhalb des Kurses gekentertes Boot kann ohne Rennunterbrechung geborgen werden. Im Fall einer Rennunterbrechung hat der Tally Counter darauf zu achten, dass sein Fahrer nicht weiterfährt, sondern zur Unterbrechungs-Position zurückkehrt. Von dieser Position aus wird das Rennen mit stehendem Start fortgesetzt, der Neustart wird vom Rennleiter ausgerufen ("3, 2, 1 - go!").

  11. Penalties:
    Die folgenden Strafen ("Penalties") hat der Tally Counter während des Rennens zu registrieren / zu notieren:
    • eine Boje verfehlen (schneiden, auslassen, "abkürzen") führt zu einer zusätzlichen Strafrunde.
    • Frühstart ("JTG") wird vom Tally Counter auf dem Rennbrief vermerkt. Der Fahrer muss eine zusätzliche Strafrunde absolvieren.
    • Ein Boot, das die 15 Runden nicht beendet hat (z.B. wegen Flip, Technikausfall oder leeren Akkus), wird vom Tally Counter als DNF ("did not finish") eingetragen. Das Boot erhält in diesem Heat keine Punkte.

  12. Disqualifikation:
    • Unsportliches Verhalten führt beim ersten Mal zur Verwarnung ("VO-123 Achtung!"). Bei der zweiten Verwarnung erfolgt die Disqualifikation des Fahrers.
    • Grob unsportliches Verhalten führt zur sofortigen Disqualifikation des Fahrers ("VO-123 disqualifiziert!").

  13. Ende eines Heats / Ergebnisse:
    Gewonnen hat derjenige Fahrer, der nach 15 Runden (zuzüglich eventueller Strafrunden) als Erster die Ziellinie überquert. Die Tally Counter tragen die gefahrene Zeit und die Platzierung "ihres" Fahrers auf den Messbriefen ein.

  14. Punktwertung:
    Closed-Course-Gruppensieger wird der Fahrer mit dem besten Gesamtergebnis aus zwei Heats. Die Punktwertung erfolgt nach APBA-Tabelle von 1953. Ein DNF-Boot ("did not finish") erhält für diesen Heat keine Punkte.
     
  15. Widerspruchsrecht:
    Die Rennergebnisse werden am Rennleitungs-Pavillion ausgehängt. Wenn ein Fahrer eine Unstimmigkeit in den Ergebnissen feststellen sollte, kann er bis spätestens 19:00 h des jeweiligen Renntages Widerspruch einlegen. Der Widerspruch wird von der Rennleitung geprüft. Im Fall eines berechtigten Widerspruchs wird das Rennergebnis korrigiert.

APBA Punktetabelle von 1953

 

IV. Marathon Race

Das Langstreckenrennen für Team-Taktiker: wer sich verzockt, ist draussen. Hat dein Team die richtige Strategie?

Beim Marathon-Rennen treten 5 Teams gegeneinander an. Jedes Team besteht aus 3 - 4 Fahrern, die abwechselnd fahren. Das Rennen führt über stolze 96 Runden (= 16,95 km). Sieger wird das Team, das den Marathon in der kürzesten Zeit beendet hat, ohne vorher auszufallen.

  1. Rennkurs:
    Gefahren wird im Ovalkurs von 60 x 18 Metern = 176,55 Meter Gesamtlänge pro Lap (Quartermile-Kurs). Der Kurs entspricht dem Closed-Course-Kurs (siehe II.1).
    (Anm.: die 152VO-Marathon-Distanz von 16,95 km entspricht einem originalen Marathonrennen von 88 km = 55 Meilen).

  2. Zulässige Marathon-Boote:
    Genau wie beim Original werden Marathonrennen nur mit Utilities ausgetragen. Beim Marathon fahren VO- und VX-Utilities gemeinsam im gleichen Rennen. Boote der beiden Hydro-Divisions (VO-Hydro / VX-Hydro) sind im Marathonrennen nicht zugelassen.

  3. Renndauer:
    Bei mittlerer Durchschnittsgeschwindigkeit betragen die Rundenzeiten ca. 20-25 Sekunden. 96 Runden ("Laps") entsprechen also ca. 32 bis 40 Minuten Fahrzeit.

  4. Teamaufteilung:
    jedes Marathon-Team besteht aus 3 bis 4 Fahrern. Die Teamaufteilung wird durch die Rennsoftware vorgegeben. Die Software berechnet gleich schnelle Teams auf Basis der Qualifying-Ergebnisse. Die Teams bestehen jeweils aus einem langsamen, einem schnellen und 1 oder 2 mittelschnellen Booten. Ein Marathon wird i.d.R. mit 5 Teams gefahren (nicht weniger als 4 Teams / nicht mehr als 6 Teams).

  5. Rennablauf:
    Vor dem Start beraten sich die Teammitglieder über ihre Renntaktik. Die Startreihenfolge der Boote ist euch überlassen. Wie viele Runden jedes Boot fährt und wann gewechselt wird, entscheidet ihr ebenfalls selber. Wichtig für die richtige Taktik ist:
    • es darf kein Boot wegen technischem Defekt oder leerem Akku ausfallen, sonst ist das Rennen für das gesamte Team verloren. 
    • wenn ein Boot wegen Flip ausfällt, ist das Rennen nur für diesen einen Fahrer beendet. 
    • Das nachfolgende Boot muss die letzte Runde des ausgefallenen Bootes wiederholen.

  6. Rennleiter:
    Das Rennen wird durch zwei Rennleiter überwacht. Ihren Anweisungen ist ohne Diskussion zu folgen.

  7. Tally Counter:
    Pro Team steht ein "Tally Counter" (Rundenzähler) bereit. Er dient als unparteiischer Zähler für die gefahrenen Runden und Strafrunden "seines" Teams. Der Tally Counter ruft außerdem Verwarnungen ("VO-123, Achtung!") und Havarien seines Fahrer ("VO-123, Havarie bei drei Sechstel") aus.

  8. Preparation Phase:
    Sobald die Signalhupe der Starteruhr ertönt, beginnt die zweiminütige Startphase ("Preparation Phase", auch signalisiert durch zwei weiße Leuchten an der Startuhr). In dieser Zeit bereiten die Fahrer ihre Boote vor, überprüfen die Funktion ihrer RC-Steuerung, sichern die Akkus gegen Verrutschen, kleben evtl. ihre Rumpfdeckel ab, etc.

  9. Crucial Phase:
    Die letzte Minute vor dem Start wird durch ein weiteres Hupsignal angekündigt ("Crucial Phase", auch signalisiert durch die gelbe Leuchte). In dieser zweiten Startphase setzen die Fahrer ihre eingeschalteten Boote direkt am Uferrand aufs Wasser und halten sie fest. Der Mindestabstand zwischen zwei Booten / Fahrern beträgt 1,5 Meter. Bis zum Startsignal wird das Boot am Heck festgehalten. Die letzten 5 Sekunden vor dem Start werden durch 5 einzelne Huptöne der Starteruhr signalisiert.

    Startaufstellung des Marathon-Rennens

  10. Start:
    Der Start erfolgt als stehender Start vom Ufer aus. Er wird durch einen langen Hupton (auch signalisiert durch zwei grüne Leuchten) indiziert.
    • Beim Startsignal lässt der Fahrer das Heck seines Bootes los und gibt Gas. Ab der ersten Startlinien-Überquerung laufen die 96 Runden des Heats.
    • Der Tally Counter startet die Stoppuhr beim ersten Überqueren der Startlinie. Gleichzeitig beginnt er damit, die gefahrenen Runden (Laps) seines Teams zu zählen.
    • Der Rennleiter und die Tally Counter überwachen gemeinsam den ordnungsgemässen Start der Boote. Frühstart ("JTG") führt zu einer Strafrunde für das entsprechende Team.

  11. Fahrregeln:
    Die Fahrregeln sind identisch mit den Closed-Course-Regeln unter Punkt II.9. Zusätzlich gilt:
    • beim Bootswechsel darf das einfahrende / ausfahrende Boot kein anderes Boot im Rennkurs behindern. Eine solche Behinderung wird als unsportliches Verhalten (= Verwarnung) gewertet.

  12. Bootswechsel:
    • Die Wechsel zwischen zwei Booten erfolgen fliegend. Das zweite (einfahrende) Boot darf die Start-/Ziellinie erst dann überqueren, nachdem das erste (ausfahrende) Boot die Start-Ziellinie überquert hat (siehe Grafik).
    • Falls das zweite Boot die Startlinie zu früh überquert, muss es eine zusätzliche Strafrunde fahren (= seine erste Runde wird vom Tally Counter nicht mitgezählt).
    • Beim Einfahren in den Kurs ist dringend darauf zu achten, dass die Boote im Kurs immer Vorfahrt haben!
    • Die Wechsel müssen immer auf der Außenspur erfolgen.
    • Das ausfahrende Boot muss den Rundkurs auf kürzestem Weg im Rechtsbogen zur Wechselzone verlassen.


    Bootswechsel im Marathontrennen

  13. Akkuwechsel:
    Während das zweite (dritte, vierte) Boot im Rennkurs fährt, werden beim ersten (zweiten, dritten) Boot die Akkus gewechselt. Jedes Boot muss während eines Marathon-Heats mindestens zweimal fahren (= min. 2 Läufe oder "Runs") und muss mindestens einen Akkuwechsel vornehmen.

  14. Havarie:
    Die Havarieregeln entsprechen den Regeln im Closed-Course-Rennen (siehe II.10). Im Havariefall ruft der Tally Counter sofort die Bootsnummer und die Position seines Bootes im Kurs aus ("VO-123, Havarie bei drei Sechstel"). Nur der Rennleiter entscheidet, ob das Rennen unterbrochen und das Boot geborgen wird. Ein gekentertes Boot, das keine Gefahr für die anderen Boote darstellt und nicht zu versinken droht, muss nicht sofort geborgen werden. Ein abgetriebenes oder deutlich außerhalb des Kurses gekentertes Boot kann ohne Rennunterbrechung geborgen werden.

    Falls ein gekentertes Boot zu versinken droht oder aufgrund seiner Position im Kurs eine Gefährdung für die anderen Boote darstellt, muss der Rennleiter den Heat unterbrechen. Im Fall einer Rennunterbrechung hat der Tally Counter darauf zu achten, dass das Boot seines Teams nicht weiterfährt, sondern zu der Unterbrechungs-Position zurückkehrt. Von dieser Position aus wird das Rennen mit stehendem Start fortgesetzt. Der Neustart wird vom Rennleiter ausgerufen ("3, 2, 1 - go!").

  15. Penalties / DNF / dead:
    Die folgenden Strafen ("Penalties") hat der Tally Counter während des Rennens zu registrieren / zu notieren:
    • Eine Boje verfehlen (schneiden, auslassen, "abkürzen") führt zu einer zusätzlichen Strafrunde.
    • Frühstart oder Fehlwechsel (= Boot B überquert die Startlinie schon vor Boot A) führt zu einer zusätzlichen Strafrunde. Das Rennen wird bei einem Frühstarter nicht abgebrochen.
    • Wenn ein Boot nicht mindestens zwei Runs (bzw. mindestens einen Akkuwechsel) absolviert hat, gilt es als "DNF" (did not finish).
    • Wenn ein Boot flippt, gilt es ebenfalls als "DNF". Bei einem DNF dürfen die anderen Fahrer des Teams das Rennen fortführen. Für den Fahrer des DNF-Bootes ist das Rennen jedoch beendet.
    • Wenn ein Boot mit technischem Defekt oder leeren Akkus liegen bleibt, gilt es als "dead". Für das gesamte Team ist das Rennen beendet.
     
  16. Disqualifikation:
    • Unsportliches Verhalten führt beim ersten Mal zur Verwarnung durch den Tally Counter ("VO-123 Achtung!"). Bei der zweiten Verwarnung erfolgt die Disqualifikation des Fahrers.
    • Grob unsportliches Verhalten führt zur sofortigen Disqualifikation des Fahrers durch den Rennleiter ("VO-123 disqualifiziert!").
    • Auch wenn ein Boot disqualifiziert wird, dürfen die restlichen Fahrer des Teams das Rennen fortführen.

  17. Ende eines Heats / Ermittlung der gefahrenen Teamzeit:
    Nach 96 Runden (plus evtl. Strafrunden) wird die Gesamtzeit des Teams beim Durchfahren der Ziellinie gestoppt. Die Gesamtzeit und die Platzierung trägt der Tally Counter in den Marathonbogen ein.

  18. Punktwertung:
    Sieger wird das Team mit der besten Gesamtzeit (inkl. Strafrunden). Die Punktwertung erfolgt nach APBA-Tabelle von 1953 (siehe II.14).
    • Jeder Fahrer eines Teams erhält die gleichen Punkte gutgeschrieben.
    • Ein Fahrer mit DNF-Boot ("did not finish") erhält keine Punkte.
    • Ein Team mit "dead"-Boot (Akku leer / technischer Defekt) erhält keine Punkte.

  19. Widerspruchsrecht:
    Die Rennergebnisse werden am Rennleitungs-Pavillion ausgehängt. Wenn ein Fahrer eine Unstimmigkeit in den Ergebnissen feststellen sollte, kann er bis spätestens 19:00 h des jeweiligen Renntages Widerspruch einlegen. Der Widerspruch wird von der Rennleitung geprüft. Im Fall eines berechtigten Widerspruchs wird das Rennergebnis korrigiert.

 


V. Drag Race

  • Zweck:
    Falls es am Ende einer Competition zu einem Punktgleichstand von zwei Teilnehmern kommen sollte, wird ein Drag Race (Beschleunigungsrennen) gefahren.

  • Durchführung:
    Ein Drag Race besteht aus einer Runde Closed Course (Quartermile-Kurs) mit stehendem Start an der Startlinie. Entscheidend ist einzig und allein, welches Boot als erstes die Ziellinie überquert.

  • zugelassene Drag Boats:
    Die beiden Fahrer können frei entscheiden, welches ihrer (eigenen) Boote sie zum Drag Race antreten lassen. Das Drag-Boot muss nicht vorher im Closed Course oder im Marathon-Race gelaufen sein, es muss lediglich zu Beginn der Competition ein erfolgreiches Qualifying absolviert haben.

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